LB 14 Myanmar

Myanmar war lange Zeit ein Land, das am Rande des Weltgeschehens lag und über das nur wenig in den Medien berichtet wurde. Die Isolationspolitik der von 1962 bis 2011 im Land herrschenden Militärjunta, die den Tourismus einschränkte und ausländischen Medien den Zugang versperrte, verhinderte weitgehend eine Berichterstattung über die Menschenrechtsverletzungen und die Verfolgung der ethnischen und religiösen Minderheiten im Lande. Allein Aung San Suu Kyi, der Tochter des birmanischen Freiheitskämpfers und politischen Führers Aung San und Friedensnobelpreisträgerin, gelang es, trotz jahrelangen Hausarrests immer wieder über die Menschenrechtsverletzungen in Birma zu berichten und Hilfsappelle an die Weltöffentlichkeit zu richten. In diesen Jahren gehörte missio zu den wenigen internationalen Organisationen, die es trotz der zahlreichen Einschränkungen und Behinderungen immer wieder versucht haben, mit den bedrängten ethnischen Minderheiten, und unter ihnen vorrangig den christlichen Gruppen, Kontakte aufrecht zu erhalten und ihnen, soweit dies möglich war, konkrete Hilfe zu leisten.

Ein Hauptanliegen der Aktivitäten von missio lag dabei auf dem Gebiet der Ausbildung von Priestern, Katecheten und Laienmitarbeitern. Trotz der restriktiven Auflagen, dass z.B. für Studien im Ausland, neben dem Stipendium für die Studierenden eine gleich hohe Summe als Abgabe an die Regierung zu entrichten war, hat missio immer wieder einer Reihe von birmanischen Studenten ein Auslandsstudium ermöglichen können. Ein anderes Feld der Aktivitäten lag auf dem Gebiet der Berichterstattung über die Situation der Menschenrechte in Myanmar, über die missio durch die Kontakte mit kirchlichen Führungskräften und durch eigene Forschungsreisen in besonderer Weise Informationen besaß.

In den letzten beiden Jahren hat sich in Myanmar eine Wende zum Besseren abgezeichnet. Erste Maßnahmen lassen erkennen, dass sich die Situation der ethnischen und religiösen Minderheiten im Lande verbessert hat. Allerdings bleiben Zweifel, inwieweit das Militär, das immer noch – in der Verfassung verankert – 25% der Parlamentsabgeordneten stellt, wirklich die Macht abgegeben und den Weg zur Demokratisierung frei gemacht hat. Für die weitere Entwicklung ist es daher wichtig, die Reformkräfte zu unterstützen, eine Aufgabe, der sich missio verpflichtet fühlt. Ausdruck dieser Bemühungen ist dieser Länderbericht, der in besonderer Weise die Hintergründe und Entwicklungen auf dem Gebiet der Religionsfreiheit nachzeichnet. (2013)

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Artikel-Nr. 0600522
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