LB 27 Religionsfreiheit: Libanon

Der Libanon bildet in religiöser Hinsicht eine Ausnahme im ganzen Nahen Osten. Er ist der einzige arabische Staat, in dem
der Präsident kein Muslim ist. Christen und Muslime teilen sich die Macht so, wie es zur Zeit der Gründung des Libanon abgesprochen und in den Folgejahren nicht wesentlich verändert wurde.
Dabei erhielten die Religions- und Bekenntnis- gemeinschaften eine staatstragende Rolle. Es ist ein archaisches System, das Konfessionalismus genannt wird, aber dennoch ein gleichberechtigtes Zusammenleben von Christen und Muslimen
in diesem arabischen Staat ermöglicht.

Im Libanon herrscht Religionsfreiheit. Doch diese wird nicht vom Individuum her gedacht, sondern von der Religionsgemeinschaft. Das führt zur Privilegierung anerkannter Religionsgemeinschaften, aber nicht zur Einschränkung des individuellen Rechtes, sich irgendeiner oder keiner Religion anzuschließen, genauso wenig wie zu der Einschränkung des Rechts, seine Religion auszuüben. Wohl aber kommt es für westliche Vorstellungen zu eigenartigen Konstruktionen, wenn sich nicht anerkannte Religionen anerkannten Religionen anschließen müssen, um alle politischen Rechte zu erlangen.

Harald Suermann,
Religionsfreiheit: Libanon
20 Seiten, DIN A5, geheftet.
Länderberichte Religionsfreiheit,
Heft 27, Aachen 2015

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Artikel-Nr. 0600535
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