LB 32 Religionsfreiheit: Mauretanien

Im November 1960 erlangte Mauretanien seine Unabhängigkeit und wurde zur „Islamischen Republik Mauretanien“. Die Bezeichnung „islamisch“ wurde vor allem deshalb in den Staatsnamen aufgenommen, um einen Tatbestand zu beschreiben: Der Islam war seit Jahrhunderten die Religion der Bewohner; das Land beherbergte wichtige Zentren, Schulen und Bibliotheken der islamischen Zivilisation. Von der Oase Chinguetti aus brachen über Jahrhunderte die Pilger nach Mekka auf. Die islamische Kultur war zudem das verbindende Element der Bevölkerung mit ihren unterschiedlichen Sprachen und ihrer heterogenen ethnischen und sozialen Herkunft.

In den ersten 15 Jahren der Unabhängigkeit hat sich die Republik Mauretanien vergleichsweise einheitlich und friedlich entwickelt. Doch als das Mehrparteiensystem 1965 zu einem Einparteiensystem umfunktioniert wurde, um die nationale Einheit zu fördern, entwickelte sich das Land zu einem autoritären Staat.
2005 endete schließlich mit einem Putsch die mehr als 20-jährige repressive Herrschaft und es begann eine Ära der Demokratie – mit all ihren anfänglichen Schwierigkeiten und Schwächen.
Der Islam ist die einzige zugelassene Religion in Mauretanien. Religionsfreiheit besteht nur in sehr begrenztem Maße. So kann die christliche Minderheit sich nicht als Kirche rechtlich organisieren, sondern muss stattdessen den Umweg als „nicht-staatliche Organisation“ gehen, um agieren zu können.

Der Länderbericht beschäftigt sich mit der aktuellen Situation der Religionsfreiheit in Mauretanien. Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht – ein demokratisches Gemeinwesen muss dieses Recht respektieren, um ein gerechtes und friedliches Miteinander zu gewährleisten. Daher ist es wichtig, die Situation in Mauretanien sehr genau zu beobachten und Missstände aufzudecken. Dieser Bericht soll dazu einen Beitrag leisten, indem er die gegenwärtigen Entwicklungen im Land unter die Lupe nimmt.

Autor: P. Hans Vöcking Afr.M.,
Religionsfreiheit: Mauretanien,
36 Seiten, DIN A5, geheftet.
Länderberichte Religionsfreiheit,
Heft 32, Aachen 2016

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Artikel-Nr. 0600540
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